Volition

GesichtReiben

Sequenz 01

Projektion in Originalgröße des Kopfes des Künstlers/
Die Projektion zeigt mein Gesicht in Frontalansicht. Eine Hand reibt knapp sieben Minuten darüber. Das Reiben der Gesichtshaut ist eine alltägliche Handlung, die gewöhnlich dann ausgeführt wird, wenn man Gefahr läuft, durch Müdigkeit oder andere Einflüsse, wie z.B. Alkohol oder Drogenkonsum, abzuschweifen oder gar die Kontrolle über Körper und Geist zu verlieren. Diese Handlung stellt somit einen Akt der Selbstwahrnehmung dar. Gleichzeitig steht sie am Übergang von Kontrolle und Kontrollverlust. Der Bildaufbau lehnt sich an die altmeisterliche Porträtmalerei
an, das röter werdende Gesicht und die blasser werdenden Hände bilden malerische Akzente. Das Verbergen des eigenen Gesichts hinter den Händen ist ein einfacher Akt des Rückzugs, eine bewusste Vertiefung in sich selbst, eine Kontaktaufnahme mit dem eigenen Körper. Der Betrachter des Videos wird somit zum Voyeur eines Menschen, der Privatheit sucht. Gleichzeitig regt das Beobachten des Gesichtsreibens, ähnlich wie beim Gähnen, den Impuls zur Nachahmung an. Der Betrachter wird auf sich selbst zurückgeworfen und muss seinen Körper bewusst kontrollieren. Um die Intimität, der auf dem Video gezeigten Handlung, sicherzustellen und dem Betrachter zu vermitteln, benötigt die Installation eine ruhige Raumsituation.